Album Kritik

Dimmu Borgir - Eonian

Erstellt von Aamon | |   Album Reviews

Wenn bekannte, kommerziell erfolgreiche Bands Alben veröffentlichen, kommen die Hater aus allen Ecken gekrochen, das kennt man mittlerweile. Einiges an  Kritik ist üblicherweise berechtigt, anderes ideologisch bedingt.

 

Deshalb hören wir hier mal wirklich auf die Songs und versuchen aber auch zu ergründen, ob die klassische Kritik am Klang-Brimborium der Norweger berechtigt ist.

 

The Unveiling startet mit einem eigentlich recht coolen Riff, der  Refrain gibt in der harmonischen Führung nicht wirklich viel her. Der Chorgesang bügelt ihn zudem noch zu glatt.

Interdimensional Summit startet leider mit diesem schrecklichen Keyboard-Sound und dieser aufdringliche Chor im Refrain ist auch nicht gerade cool. Abgesehen davon ist auch dieser Refrain viel zu banal und fröhlich.

ÆTheric ist auch im Vers durchaus cool. Shagrath hat einfach eine lässige Stimme und hier ist auch der Chorus hörbar. Die Chor-Arrangements nerven aber dennoch wieder, auch wenn das eigenartig lächerliche Keyboard hier fast schon wieder cool klingt. 

 

Dimmu Borgir haben ein neues Genre geschaffen: Chor Black Metal

 

Das Grundriff von Council Of Wolves And Snakes ist relativ einfallslos. Der Song schläft im Vers komplett ein. Shagrath singt aber wieder cool. Die Harmonien im Song sind aber generell nicht ausdrucksstark. Der Song plätschert immer mehr dahin, die Chöre kommen wieder zum Zug, 4 MInuten sind vergangen und es wird immer fader. 

The Empyrean Phoenix entspricht eher der Düsterschine, was die Harmonik betrifft, erinnert also eher an Cradle Of Filth. Das könnte tatsächlich eine fade Cradle Of Filth-Nummer sein. Das Coolste sind wieder die Vocals von Shagrath. Schade, dass auch hier wieder dieser grauenvolle Chor-und Keyboard-Bombast im Mittelteil den Song kaputt macht. 

Lightbringer startet mit einem relativ unspektakulären und durchschnittlichen Slayer-Riff und wird in der schnellen Passage nicht wirklich spektakulärer. Wieder gibt's Bombast und Chorus, ohne, dass der Song episch wäre. Es fehlt an harmonischer Dramatik. 

Die Songeröffnung von I Am Sovereign klingt gut, ehe wieder das entbehrliche Keyboard kommt. Zumindest der schnelle Part des Songs ist gelungen und auch die Harmonien stimmen hier. Am Ende erinnert es harmonisch sogar an Game Of Thrones. Der bisher beste Song.

Archaic Correspondence erinnert an alte Dimmu Borgir, auch wenn die Keyboards sehr lächerlich klingen. Bester Song bisher. Gute Harmonik und gute Ausstrahlung.

Alpha Aeon Omega hat ein sehr schönes Orchester-Intro mit einer sehr schönen Harmonik, sehr melancholisch und geht direkt in einen schnellen Song über. Sehr romantisch. Shagrath singt wieder im dunkel-krächzendem Sprech-Style. Pathetic Black Metal. Die Chöre hätte man sich wieder sparen können.

Rite Of Passage startet sehr sentimental und bleibt das auch. Ein sehr gefühlvoller Instrumental-Song. Diese Art Kitsch ist es nicht, die ich kritisieren würde. Eher diese flach-positiven Songs, die nur aufgemotzt sind, aber im Ausdruck eigentlich wenig hergeben. Weiters frage ich mich, wieso alle Songs diese Bombast-Effekte brauchen. Ich dachte, das sei schon wieder out.  Wo einige der Vintage Black Metal 3.0-Bands zu wenig machen, machen Dimmu wohl noch immer zuviel.

 

Einige Songs am Ende des Albums sind aber dann doch gut gelungen, anderen fehlt es an Ausdruck und Spannung. Selbstverständlich haben wir es hier mit einem Album zu tun, dass aufwendig erzeugt wurde und wo einiges auch auf einem hohen Level stattfindet. Das darf man bei aller Kritik nicht vergessen.

 

Metalpresse-Bewertung: 6/10 Punkte

 

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Dimmu Borgir - Eonian - Metalpresse Review