Album Kritik

H.E.A.T. – Into the great unknown

Erstellt von Andy | |   Album Reviews

H.E.A.T. sind einer der glühendsten Sterne am Melodic (Hard)Rock-Himmel. Mit den 10-Punkte Alben Adress the nation sowie Tearing down the walls setzten sie ein Ausrufezeichen, das es nun mit Album Nummer 5 zu beweisen gilt. Dabei gehen die Schweden nicht auf sicher, sondern entwickeln sich und ihr Songwriting weiter.

Das Album startet allerdings mit dem bandtypischen Gute-Laune-Song Bastard of Society, welchem mit Shit City und Best of the broken (inklusive augenzwinkernder Enter Sandman-Unterlegung und Talkbox-Einsatz) zwei weitere Hammersongs zur Seite gestellt werden, die die absolut hitverdächtige Rockseite der Band untermauert.

Redefined hingegen spielt mit 80er-Elektronik (ein gewisser Roxette-Effekt ist nicht zu verleugnen), kommt dann aber beim Refrain gut auf den Punkt.Das zunächst für H.E.A.T.-Verhältnisse seltsam modern anmutende Time on our side kann im Chorus mit Circus Maximus-Melodielinien und progressivem Drumming beindrucken, während Eye of the storm die hymnische Seite der Band zeigt und definitiv zu den besten Songs des Albums zählt. Bei letzterer Nummer kann Sänger Erik Grönwall erneut zeigen, dass er zu den Besten seiner Zunft zählt – wunderschöne Melodien inklusive.

Die manchen vielleicht ein wenig zu kitschige (Halb-)Ballade We rule könnte durchaus auch von Trans Siberian Orchestra oder den genialen Ten veröffentlicht worden sein, was nun auch nicht die schlechtesten Referenzen darstellt.

Spätestens bei Blind leads the blind sind H.E.A.T. allerdings wieder voll in ihrem angestammten Genre angekommen und bieten ruppigen Rock im Gotthard-Stil. Mir persönlich gefällt der zukünftige Live-Kracher Do you want it? mit an die Sparks erinnerndem High Pitched-Vokalteil (This town ain’t big enough for the both of us anyone?) im Pre Chorus am besten.

Musikalisch ist alles im grünen Bereich, produktionstechnisch ist man state of the art.

So geht Melodic-Rock! Nicht ganz so zwingend wie die letzten zwei Alben, aber definitiv besser als 80% der Genreveröffentlichungen – Zeit für die erste Live-Visite in Österreich.

9/10

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