Album Kritik

Jag Panzer - The Deviant Chord

Erstellt von Andy | |   Album Reviews

Als ich Jag Panzer im Jahre 2015 als Headliner des nach einem ihrer Songs benannten Harder than Steel – Festivals genießen durfte, standen die Chancen auf ein weiteres Album nicht besonders gut. Schön, dass es sich die Band doch nochmal überlegt hat.

The Deviant Chord stellt sich als ambitioniertes Album eines der großen Paten des sogenannten US-Power Metal dar, was zu erwarten war, denn bis auf das unsägliche Dissident Alliance Album zogen die Colorado Jungs ihren Stiefel mal mit Klassikerstatus (Ample Destruction, Thane to the throne), mal mit Luft nach oben (Casting the stones) durch. Wobei man diesmal musikalisch teilweise deutlich nach Europa schielt, wie man u.a. beim Opener Born of the flame gut nachhören kann.

Der neue Release kann grundsätzlich überzeugen, neben einigen absoluten Hits hat sich auch der eine oder andere nicht so zwingende Song (z.B. Divine Intervention, Salacious Behavior) eingeschlichen. Positiv hervorzuheben sind neben dem flotten Far beyond all fear der Titeltrack mit düsterem und epischem Flair oder der folgende Kracher Blacklist. Die aus Sicht des Rezensenten spannendste Nummer ist jedoch eindeutig die hervorragende Interpretation des irischen Traditionals Foggy Dew. Hier können sich Alestorm und Konsorten gerne mal informieren, wie man keltische Folklore abseits bierseliger Schunkelatmosphäre überzeugend und intensiv interpretiert.

Der Genuss der Platte wird dadurch erleichtert, dass Jag Panzer versuchen, innerhalb ihres Genres möglichst variabel zu agieren, was ansprechend gelingt (epische Chöre und Refrains; kantige Riffs; Tempovariationen; Folkflair und balladeske Töne in Long Awaited Kiss)

Dass Goldkehlchens Harry „The Tyrant“ Conklins Stimme immer noch spitzenmäßig auf dem Damm ist, überrascht wenig,  ob man Schlagzeug und Gesang jedoch wirklich derart in den Vordergrund produzieren hätte müssen, bleibt wohl Ansichtssache.

Insgesamt ein solides US-Metal Album, welches sich im Vergleich der Diskographie im oberen Mittelfeld behaupten kann.

8/10 Punkte

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