Album Kritik

New Light Choir - Torchlight

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New Light Choir ist eine wirklich außergewöhnliche Band aus der USA. John Niffenegger (könnte rein vom Namen her österreichische Vorfahren haben) und  Chris Dalton sind dieses unkonventionelle Duo, das musikalisch gar nicht mal so außergewöhnlich agiert, was Arrangements etc. betrifft, aber dennoch Alben veröffentlicht, die man sofort aus dem Sumpf des Gleichförmigen hervorstechen sieht.

 

Zum einen liegt es an dieser hochdramatischen Klar-Stimme von Herrn Niffenegger, die zwar relativ hoch ist, aber nicht im Sinne von klassischen Power Metal-Sängern. Produziert ist die Stimme im Stil der 70er, als die Grenzen der Technik einer Stimme noch mehr Dramatik verliehen haben. Ein Kitsch-Produzent der Neuzeit würde diese Stimme komplett versauen, in dem er die Kanten glätten würde. Es gibt eine einzige Band der 80er, die im Ansatz solche Vocals besitzt, die Rede ist von Witch Cross, falls die noch jemand kennt.

 

Auch wenn New Light Choir viel klassischen Metal-Spirit besitzt (Heavy Metal in my Veins/Adamantine), was Riffs und Melodien anbelangt, ist die Band eigentlich nicht einer klassischen Metal-Szene zuzurechnen.  Auch auf diesem nunmehr dritten Album der Band präsentiert sich die Band wieder düster, verpackt die Songs in viel Melancholie und sogar Black Metal-Disharmonien werden wieder eingefügt. Alles komplett logisch und leicht verdaulich. Jeder Song ein Treffer. Auf dem gesamten Album gibt es keinen schlechten Ton.  Die Produktion ist relativ rauh und sogar leicht rumpelig und hat dieses eigene Flair, das früher bestimmte Metal-Klassiker hatten, als sogar Alben von einzelnen Bands komplett unterschiedlich geklungen haben.

 

Ich habe selten ein derart geiles Metal-Album in den letzten 10 Jahren gehört. Ein Albtraum wäre es gewesen, wenn dieses Album ein namhafter Produzent versaut hätte.

 

Die Band ist auch optisch schräg drauf. Man stellt sich im komplett normalen Tages-Outfit iner Indie-Band vor ein altes Gemäuer. Sogar hier gibt es diesen Bruch mit Klischees. Die Typen kommen rüber, wie wenn Tocotronic ein Angel Witch-Album einspielen würde. Apropos: Wer aus der klassischen Metalszene Angel Witch, Omen, Witch Cross mag und Into Glory Ride von Manowar sound-technisch interessant  und nicht unterproduziert findet, muss hier auf jeden Fall reinhören.

 

Sonst sei hier sowieso jeder angesprochen, der packende, hoch emotionelle Metal-Songs liebt, die über den Dingen stehen und die Gegenthese von Mainstream Metal darstellen.  Die Finnen von Svart Records vertreiben dieses herrlich schräge Album, das kompositorisch einfach perfekt gestaltet ist und auch die nötige Power hat. Die meisten Songs sind übrigens im Up-Tempo-Bereich, auch wenn Svart Records nicht zuletzt für ihre Doom-Bands bekannt sind.

 

Eigentlich ist Torchlight ein Meisterwerk, auch wenn New Light Choir eine klassische Lieben/Hassen-Band ist!

 

10/10 Punkte

 

https://www.svartrecords.com/product/torchlight-2/

https://www.facebook.com/pg/newlightchoir/

 

 

 

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