Album Kritik

Oceans Of Slumber - The Banished Heart

Erstellt von Aamon | |   Album Reviews

Die Prog-Metal-Band aus Texas (USA) hat 2016 mit dem Album Winter groß aufgezeigt. Zwischen melodischem Death Metal,  aber auch viel klassischen Metal-Zutaten und sogar Black Metal-Eruptionen hat die Band Grenzen gesprengt und auch viele zarte Klänge involviert.   Immer hat man dabei zeitgemäß geklungen, was Art Rock-Popkultur betrifft.

 

Die Band ist  mit Sicherheit als Prog-Band von allen großen Musikgattungen zwischen Klassik, Rock, Blues, Jazz bis hin zur sogenannten Weltmusik   beeinflusst.  Die im übrigen sehr sympathischen Texaner nehmen ihre Musik äußerst ernst und es sind viele Details in den Kompositionen, die die Band aus der Masse herausheben. 

 

2018 legt man mit The Banished Heart nach und macht es den Hörern schwerer, als angenommen. Die Kompositionen brauchen ihre Zeit, auch wenn man nie auf Hooklines vergisst und dem Song selbst am meisten Gewicht einräumt.  Ein Song wie At Dawn mit seinen Wechsel zwischen Growling und Klargesang will aber nicht wirklich ins Ohr gehen. Ich denke fast, dass die Ursache in den unüblichen Harmonien liegt.

 

Der Titelsong  The Banished Heart zeigt die   Klasse der Band richtig gut. Zwischen mächtiger Epic, brutalen Passagen beherrscht den Song eine zugrunde liegende Melancholie und auch diese Zerbrechlichkeit, die nur  wenige Bands drauf haben. Drummer Dobber Beverly, der auch für die Tasten zuständig ist, liebt die Tragödie und hat mit Cammie Gilbert eine großartige Interpretin dieser Songpassagen an seiner Seite. Wenn die super gespielten Gitarren dominieren, wird es oft sperrig und sehr rhythmisch.

 

A Path To The Broken Stars ist auch von dieser Sperrigkeit gekennzeichnet, bietet aber eine wunderschöne Auflösung über eine rasende Passage, die  sehr hymnisch rüberkommt. Ganz eigen ist Howl Of The Rougarou, dessen Akustik-Teil auch auf einer der zahlreichen angloamerikanischen Folk-Alben zu hören sein könnte, die momentan den Markt überschwemmen. Mit spärlicher Transistor-Sound-Gitarre und einer zerbrechlichen Stimme von hinten, die mit einem Übermaß an Hall ausgestattet ist, erreicht man auch dieses zeitgemäße Sentimental-Feeling.  Danach geht der Song aber voll nach vorne und mündet in einer epischen Raserei mit schöner Harmonie-Führung.

 

Mit dem Song No Color, No Light erreicht mich die Band auf ähnliche Weise wie bei ...The Road vom Vorgänger-Album. Hier wird's richtig traurig und ich gerate in Gänsehaut-Zustände. Der Song startet mit einer sehr schönen Gitarren-Zerlegung und wird danach zum Epic-Doom-Song. Alles sehr schwer, alles wieder sehr ernsthaft. 

 

Wayfaring Stranger ist wieder mit viel Zerbrechlichkeit und Melancholie vorgetragen und erinnert  mit einigen Gesangs-Effekten obenauf fast an Portishead.   Ein sehr starker Abschluss dieses  Albums, das ähnlich stark ausgefallen ist, wie Winter. 

 

Metalpresse-Kritik: 8,5/10 Punkte

 

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