Album Kritik

Phi - Years Of Breathing

Erstellt von Aamon | |   Album Reviews

Die einzige österreichische Progressive-Rock-Offenbarung Phi haben mittlerweile ihr zweites Voll-Album eingespielt und sind mittlerweile auf einem äußerst hohen Level angelangt.

Jetzt kann international wirklich was weitergehen, die Band spielt ihre Stärken großteils gekonnt aus und setzt auf hohe stilistische Breite.

Im Gegensatz zum sehr rockigem EP-Vorgänger "The Deflowering Of Reality" setzt die Band wieder mehr melancholische Akzente, was schon beim Piano-Opener "Years Of Breathing" beginnt und sich im schönen "Home-Tristesse"-Song "Exile" fortsetzt. Hier kommt auch die Dramatik der Vocals sehr genial raus und diese Stimme von Markus Bratusa hat eine völlig einzigartige diesbezügliche Note.

Aber es gibt auch abgeklärte Songs, die nicht mit Sentimentalitäten klotzen, sondern eine fast schon zu übercoole Reife zum Ausdruck bringen. Wenn Markus im Song "Emphaty And The Crowbar" "I Have Seen It All" singt, klingt das richtig abgebrüht, auch harmonisch genau so in Szene gesetzt.

Höhepunkt der Scheibe ist aber das 21-minütige Monumentalwerk "Life Passing By", das alle Bandfacetten ins Spiel bringt und dann tatsächlich diese Reife erkennen lässt. Ein genialer Songaufbau, ein melancholisches Grund-Feeling, die nötige Vertracktheit, viel Kante und ein famoses und mutig gesetztes Ende mit genialem Tragic-Jazz-Flair und einem großartigen Saxofon-Solo von Gastmusiker Ulrich Krieger und einem coolen Eruptions-Groove-Part ganz am Ende mit einem schönen Bass-Akzent.

Soundtechnisch klingt alles gut, keine Frage, aber da wird zukünftig, auch mit womöglich größerem Budget noch mehr gehen. Ich schätze aber, die Band wird hier noch viel ausprobieren und sie werden noch weiterhin überraschen.

Der Gitarren-Sound selbst ist etwas im Indie-Segment angesiedelt, der war schon mal prägnanter, aber das ist sicher so gewollt. Gitarren-Groove-orientierte Songs wie "Cashflow Prayer Answering Machine" oder "Singularity" verlieren hier ein wenig an Power.

Melodisch nicht so zwingend klingt "Sustained Delusions". Ein Song, der eine durchaus übliche Harmonie im Prog-Bereich verwendet, aber auf mich zu positiv wirkt.

All das ist Jammern auf sehr hohem Niveau. Die Band ist definitiv fällig für den Erfolg, zumindest im breiten Spektrum der anspruchsvollen Musik.

Dringende Kaufempfehlung!

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