Album Kritik

Steven Wilson - To The Bone

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Steven Wilson ist natürlich einer der ganz großen musikalischen Künstler unserer Zeit und über alle Urteile erhaben, aber dennoch findet es so manacher etwas seltsam, was Wilson auf dem neuen Album zur Freude aller Easy Listening-Popmusik-Freunde abzieht. Er hat es zwar in diversen Interviews angekündigt, dass das Album sein Popalbum sei und durchaus sehr positiv motiviert, aber in dieser Ausformung verwundert das doch.

Ich dachte, gut, es wird wohl mit 2-3 flotten Popsongs der neuen Nettigkeit gehuldigt, aber es betrifft locker 8 Songs. 8 Songs lang gepflegte Langeweile ohne emotionale Höhepunkte, ein einziges Plätschern.

Gut, wir erleben momentan sowieso das Zeitalter der frohsinnlichen Positiv-Keule, die auch Bands wie Muse oder Anathema großflächig ausgepackt haben. Diese neue Luftigkeit. Auf diesem Album kommt leider auch noch eine all zu keyboard-lastige Herangehensweise dazu.

Man muss aber erwähnen, dass Steve Wilson auch davor mit Hand. Cannot. Erase. und 4 1/2 in diese Richtung vorgefühlt hat. Das gigantische Progrock-Werk The Raven That Refuse To Sing war wohl zu verstörend und depressiv. vielleicht ist es aber die Midlife-Krise oder eine neue Liebe abseits der Musik. Was weiß man schon.

3 Songs haben aber dennoch noch diese große, melancholische Klasse, für die Steven Wilson so berühmt ist: Pariah, das auch diese große Epik verströmt und als Song generell Größe besitzt, Refuge, das etwas schwer in die Gänge kommt, aber über schöne Rhythmen und mächtigen Arrangements äußerst viel Gefühl transportiert und unglaublich gute Solo-Eskapaden liefert.

Als dritten Song erwähne ich noch gerne Detonation, das auch etwas fade startet, aber dann richtig rockt und viele Progrock-Elemente beinhaltet.

http://stevenwilsonhq.com/sw/

https://de.wikipedia.org/wiki/Steven_Wilson

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