Album Kritik

Stone Sour - Hydrograd

Erstellt von Jürgen Wister | |   Album Reviews

Stone Sour gehören spätestens seit dem House of Gold and Bones Doppelschlag zur Genre- Oberliga und besagtes Konzeptalbum wurde für mich persönlich zum Referenzwerk und Synonym für modernen Rock bzw. wie dieser zu klingen hat. Von Abnützungserscheinungen gibt es auch nach vier bzw. fünf Jahren (verdammt, ist das schon wieder so lang her?!) immer noch keine Spur. Es war auch das reifste Album der Band und wohl die endgültige Abnabelung Corey Taylors von seiner Slipknot Vergangenheit, die für die Band sicherlich Segen und Fluch zugleich war.

 

Die Messlatte für das nun vorliegende Hydrograd liegt also verdammt hoch. Aber kann man die beiden überhaupt miteinander vergleichen? Jein, denn durch die Geschichte, die der Vorgänger erzählt, legte man sich selbst ein stilistisches Korsett an, da die Stimmung und Musik zu den jeweiligen Lyrics passen musste. Dieses wurde nun gesprengt und die Kreativabteilung konnte sich frei entfalten, was man dem Album zu jeder Zeit anhört. Gefühlvolle Klänge reihen sich an Hard Rock- Hymnen reihen sich an Metal- Eruptionen.

 

Eingeläutet wird die Achterbahnfahrt vom kurzen, atmosphärisch düsteren Instrumental YSIF, gefolgt von einem der besten Songs Taipei Person - Allah Tea, ein energiegeladener Stadionrocker, der sich sofort festsetzt und eigentlich fixer Bestandteil der Setlist für die anstehende Tour sein müsste. Ebenso wie die beiden vorab veröffentlichten Song #3, sowie Fabuless, wobei ersterer die radiotaugliche Nr.1 Hitballade darstellt und Fabuless sozusagen den Gegenpart, eine straighte Mitgröhlhymne, bei der Corey Taylor sein gesamtes Stimmspektrum ausreizen darf.

 

Abgerundet wird die erste Hälfte des Albums durch den gut reinhauenden Alternative Rocker Knievel Has Landed, den cool groovenden und facettenreichen Titeltrack, die Halbballade The Witness Trees und das ironische Rose Red Violent Blue. In Hälfte zwei kann die hohe Klasse nicht mehr durchgängig gehalten werden, Totalausfälle sind aber dennoch nicht auszumachen.

 

Ausgerechnet die beiden Extrembeispiele der stilistischen Vielfalt, die etwas Country- inspirierte Schmalzballade St. Marie, sowie der wohl metallastigste Song Somebody Stole My Eyes schwächeln ein wenig und schmälern den Gesamteindruck leicht, was bei 15 Songs und einer Gesamtspieldauer von über 65 Minuten aber verschmerzbar ist.

 

Fazit: Hydrograd klingt wie ein Befreiungsschlag, ist frisch, unbekümmert, roh und schert sich um keinerlei Konventionen. Vor allem aber klingt es authentisch, was man heute beim Gros der charttauglichen Rockbands leider schmerzlich vermisst. 

 

8,5/10 Punkte

 

Tracklist: 

 

01. YSIF

02. Taipei Person - Allah Tea

03. Knievel Has Landed

04. Hydrograd

05. Song #3

06. Fabuless

07. The Witness Trees

08. Rose Red Violent Blue (This Song Is Dumb & So Am I)

09. Thank God It's Over

10. St. Marie

11. Mercy

12. Whiplash Pants

13. Friday Knights

14. Somebody Stole My Eyes

15. When the Fever Broke

 

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VÖ: 30.06.2017

65:14 min

USA

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