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Jack Frost - The Fall

Erstellt von Thorsten | |   Album Reviews

Ziemlich genau zwei Jahre nach dem großartigen Album Mélaina Cholé veröffentlichen Jack Frost kurz vor Weihnachten die EP The Fall ("ein schweinsbrutales Konvolut an kafkaesken Doom-Dampfwalzen", wie sie selber ankündigen) und liefern vier Songs, die zum regnerischen Herbstwetter dieser Tage perfekt passen.

Now all my colouring is grey – this is the end, life fades away heißt es im Opener Fall und damit ist stimmungstechnisch schon alles gesagt. Ob I am your nightmare (hier wird Phred Phinster gesanglich von Michelle Darkness von End of Green unterstützt) oder In a lonely place (Joy Division-Cover), die Songtitel lassen überhaupt keinen Zweifel daran, dass es hier um die ganz dunklen Aspekte des Menschseins geht. Und so klingt das Ganze auch. Jack Frost machen das, was sie schon immer bestens konnten: Sie nennen es selber Gloom Rock – Ein Bastard aus Doom-Metal, Gothic-Elementen und düsterer Rockmusik, der das emotionale Leid des Individuums besingt, dabei aber auch immer einen Hauch an Überhöhung und Selbstironie in sich trägt.

 

Besonders der letzte Song Everybody brings me down ist hier ein Höhepunkt: Er beginnt schwer und behäbig bevor er in einen Refrain mündet, der geradezu hymnisch wirkt und mit einer überraschenden und beinahe euphorischen Leichtigkeit singt Phred Phinster, dass ihn jeder einzelne seiner Mitmenschen eh nur runterzieht. Das ist schön leidenschaftlich dargebracht und setzt sich im Gehörgang fest.

 


Jack Frost haben die Pause vor Mélaina Cholé genutzt um ihren Stil zu verfeinern. Und das setzt sich auf diesem halben Album (LPs von Jack Frost haben immer 8 Songs) auch fort. In der Grundstruktur fühle ich mich manchmal an Songs ihrer frühen LP Elsewhere erinnert – mit dem Unterschied, dass die Songs heute wesentlich verspielter daherkommen. Damit meine ich aber nicht barocke Ornamentik, sondern vielmehr, dass die Lead-Gitarre regelmäßig rockig ausladende Soloausflüge machen darf, die oft einen improvisierten Live-Charakter haben und große Spielfreude vermitteln (und entsprechende Rockposen bei den Konzerten unumgänglich machen).  Besonders hervorheben möchte ich das Drumming. Während sich die Songs wie gewohnt eher langsam bis midtempo dahin wälzen, tobt sich Collossos Rossos hinter dem Schlagzeug aus, dass es eine Freude ist. Dies fällt besonders beim Song Fall auf.

 


Insgesamt ist die EP sehr gelungen, hätten die 4 Tracks genauso auch auf Mélaina Cholé sein können. Es ist schön, wieder was neues von den Gloom Rock Bastards zu hören und man darf gespannt sein, was die Zukunft bringt.Immerhin steht 2018 auch das 25jährige Bandjubiläum an.

 

Every Jack Frost song brings me down – und das ist gut so.

 

8/10 Punkte

 

https://www.facebook.com/gloomrockbastards/

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