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Broilers live - Viele Hymnen heute!

Erstellt von Andy | |   Story

Ein wenig abseits des üblichen Metalpresse-Bereichs liegt das heutige Konzert. Dennoch finden sich augenscheinlich neben vielen Punkrock/Oi-affinen Fans auch eine stattliche Anzahl Metalheads im Planet Music/Gasometer ein.

Die Broilers haben sich über die Jahre hinweg von einer klassischen Streetpunk-Combo immer mehr zu einem stadiontauglichen Rockact entwickelt, der heutzutage kaum Berührungsängste mit genrefremden Einflüssen (Reggae, Rockabilly etc.) zeigt. Das mögen einige Altfans möglicherweise nicht so begrüßen (das ist wie im Metalbereich), das sehr gut gefüllte Gasometer spricht jedoch eine deutliche Sprache zugunsten der DüsseldorferInnen.

Zuvor dürfen die SchwedInnen The Baboon Show auf die Bühne, von denen ich verkehrsbedingt nur die letzten zwei Songs mitbekomme. Die zu 50% männlich besetzte Combo kann das Publikum mit ihrem einfach gestrickten und räudig daherkommenden Punkrock begeistern, die Frontlady wirkt authentisch und gibt alles.

Danach rastet die Halle beim Broilers Opener "Zurück zum Beton" erstmal völlig aus. Mit einer Spielzeit von über zwei Stunden stehen die Broilers in einer Tradition mit szeneverwandten (ehemaligen) Punkrockern wie "Die Ärzte" und "Die Toten Hosen" - Value for money. Und auch musikalisch ist man inzwischen nicht mehr weit entfernt, soll heißen, dass es im Laufe des Abends fast ausschließlich mitsingtaugliche Brecher zu hören gibt und dabei musikalisch abwechslungsreich agiert wird. Das vor zwei Monaten erschienene Album "sic" steht zwar im Mittelpunkt, auf alte Hymnen vom Schlage "Paul der Hooligan", "Blume" oder "In 80 Tagen um die Welt" wird aber selbstverständlich nicht verzichtet.

Apropos Hymnen: Die neue Single "Keine Hymnen heute" kommt verdammt gut an und verdeutlicht die politische Einstellung der Band ebenso wie das Cover des Slime-Klassikers "Zusammen" (vom legendären "Schweineherbst"-Album), welches im gemütlichen Reggae-Rhythmus eine gute Figur macht. Auch das neue "Cigarettes and Whisky" im Dropkick Murphy's Style kann die Masse begeistern.

Zu meinen persönlichen Highlights zählten der "Noir"-Track "Ist da jemand?" sowie die unkaputtbaren "Vanitas"-Kracher "Ruby light and dark" und "Meine Sache".

Einzig der von Sänger Samy zelebrierte Biertest ging ein wenig in die Hose.

Fazit: Die Broilers sind eine aufstrebende Band und werden über kurz oder lang zu den großen deutschsprachigen Legenden (siehe oben im Text) aufschließen und bei der nächsten Tour die Stadthalle füllen. Die notwendigen Hymnen haben sie jetzt schon.

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