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Dream Theater live – Wenig Drumherum, dafür viel Musik

Erstellt von Andy | |   Story

Der 17. Mai war ein typischer Tag, an dem es heißt: Wer die Wahl hat, hat die Qual.

Nicht weniger als vier für den Rock-Bereich relevante Konzerte standen an besagtem Abend in Wien auf dem Programm (Gratulation an die Promoter!): Deep Purple in der Stadthalle, Night Demon im Escape, Crowbar im Viper Room und eben Dream Theater im Gasometer.

Ich entschied mich für letztere, da eine Komplettperformance des 10-Punkte Albums Images and Words auf dem Programm stand und ich mir dies nicht entgehen lassen konnte. Und diese Wahl war gut!

Pünktlich und ohne Supportband startete die Band ihr aus drei Blöcken bestehendes Programm mit einem Mix aus „neueren“  bzw. weniger oft gehörten Songs unter Berücksichtung der beiden The Astonishing Songs The Gift of Music und Our new World sowie jeweils eines Songs der Alben Train of  thought (das tighte As I am mit inkludiertem Enter Sandman-Tribut), Systamatic Chaos (The Dark Eternal Night), Dream Theater (The Bigger Picture) und Falling into Infinity (Hell’s Kitchen).

Musikalisch (nanonanet) glänzend und absolut eingespielt wirkte der erste Part ein wenig wie eine Aufwärmphase für das, was noch folgen sollte. Die Bart-Connection Petrucci / Ruddess  gab alles und beeindruckte mit spielerischer Raffinesse. Das John Myung Solo Portrait of Tracy, ein Cover von Jaco Pastorius (einem der einflussreichsten US-Bassisten), bot dabei eine interessante und innovative  Abwechslung. Schlussendlich fand Teil 1 mit dem A dramatic turn of events – Glanzlicht Breaking all Illusions ein Ende und läutete eine viertelstündige Pause ein, was den Eindruck vermittelt, dass bei  Dream Theater andere künstlerische Ansprüche an das eigene Schaffen sowie dessen Rezeption  gestellt werden als bei den üblichen Rock’n’Roll-Verdächtigen.

Nach einer Einspielung diverser Radio-Snippets aus dem Jahr 1992 (Nirvana und Konsorten) wurde mit Pull me under der Gänsehautreigen eröffnet, mit dem folgenden Doppel Another Day (inklusive Rudess) und Take the time intensiviert und folglich frenetisch abgefeiert. Es folgte mein absoluter I&W-Favorit, das atmosphärische und einfach überirdisch komponierte Surrounded, an welchem sich schon so manche Band (ja, auch meine eigene) im Proberaum die Finger und Hirnzellen wund gespielt hat. Die Mammutnummer Metropolis Pt. 1: The Miracle and the Sleeper in voller Länge in Österreich gehört zu haben glaube ich ins Jahr 2005 zurück zu datieren. Im Zuge der Nummer durfte auch Mike Mangini ran und präsentierte dem beeindruckten Publikum ein respektables Drum Solo.

Da Images of Words als Album in voller Länge überzeugen kann, fällt natürlich auch keine Nummer ab. Under a Glass Moon, Wait for Sleep und das geniale Learning to live lassen das Highlight des heutigen Abends ausklingen. Man kann von LaBries Gesangsperformance denken was man will (manche Menschen würden seine Stimme als „nervig“ bezeichnen), zu Images and Words gehört sie einfach dazu – Punkt.

Als Zugabeblock servierten die US-Proggies erneut einen Leckerbissen in Form der komplett durchgespielten A Change of Seasons – Suite von 1995, bevor eine durchwegs zufriedene Fanmeute den Heimweg antrat. Ein großartiges Erlebnis und musical value for money.

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