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Freedom Call live - Happy Metal Party mit kleinem Schönheitsfehler

Erstellt von Andy | |   Story

19:00 Einlass im Viper Room und doch steht eine große Traube Menschen auf dem Vorplatz? Das verheißt nichts Gutes, vor allem nicht an einem Donnerstag (30.3.), an welchem üblicherweise darauf geachtet wird, zeitlich nicht zu überziehen!

Und richtig: Erst gegen 19:30 werden die Tore geöffnet, was ja prinzipiell niemanden stören würde. Was dann folgt, kann man jedoch getrost als Farce bezeichnen!

Der Gig am heutigen Abend wird von vier Bands bestritten: Freedom Call, Dragony als Toursupport sowie Titan Killer und Küehnring als Local Supports. Letztere drei Bands müssen heute jeweils 10 bis 15 Minuten aus dem regulären Set streichen, was bedeutet, dass keine Band mehr als vier Nummern zum Besten geben kann. Das reicht sicherlich, um dem Publikum einen Überblick über die musikalische Richtung zu geben, wenn die Umbaupausen dann aber länger als die eigentlichen Auftritte dauern, ist das sowohl für die Bands als auch für die jeweils mitgereisten Fans eine Zumutung. Vor allem die zahlreich anwesenden Dragony-Supporter können es kaum glauben, als Sigi Samer nach 15 Minuten den letzten Song ankündigt.

Was können wir also von den heutigen Supports mitnehmen?

Küehnring präsentieren ziemlich kauzig anmutenden traditionellen Metal, der stark auf die NWOBHM schielt sowie einen abschließenden Song in Slayer-Manier, welcher ihnen allerdings weniger gut zu Gesicht steht.

Titan Killer hingegen sind im Power Metal zuhause und geben in "ihrer" Viertelstunde ordentlich Stoff.

Die Platzhirsche Dragony ernten daraufhin die bis dato deutlichsten Publikumsreaktionen und präsentieren mit Lords of the hunt einen neuen Song der gleichnamigen EP.

Freedom Call haben danach leichtes Spiel: Mit ihrem fröhlichen, aber durchaus nicht verweichlichten melodischen Heavy Metal treffen sie punktgenau den Nerv des partywütigen Publikums. Schon mit dem Opener Tears of Babylon ist das Eis gebrochen, das Programm bietet einen guten Überblick über das Schaffen der Süddeutschen. Im Zentrum des Gigs stehen selbstredend die Songs des akuellen Longplayers Masters of light. Der Mitsingfaktor ist hoch, die musikalische Leistung gut, es wird zwischendurch sogar die akustische Gitarre bemüht. Mit High Up wird auch der ultimative Happy Metal Song dargeboten. Einzig und allein die Persiflage auf Leonard Cohens Hallelujah (mit Freedom Call Chören) will bei mir so gar nicht zünden, auch der doch sehr eigene Humor von Fronter Chris Bay stellt sich gewöhnungsbedürftig dar. (Tour mit J.B.O. geplant?)

Nach einem feinen Zugabenblock, der unter anderem die Bandhymne Power & Glory und das unverzichtbare Land of Light beinhaltet entlassen Freedom Call ihr zufriedenes Publikum nach Hause. Wenn da nicht die Enttäuschung über die organisatorischen Schwierigkeiten wäre...

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