Interview

Audrey Horne - Blackout

|   Album Reviews

Die Norweger aus dem schönen Bergen gehen seit Jahren immer mehr in die Easy Listening-Ecke. Gestartet sind sie ja durchaus als eher progressive Band. Mittlerweile geht die Band als klassische 80er Hardrock-Band durch und das steht ihr durchaus gut zu Gesicht. 

 

Audrey Horne schaffen es einfach, diese gute Laune authentisch rüberzubringen. Viele Refrains laden direkt zum Mitsingen ein. Das letzte Album Pure Heavy war leider im Harmonie-Bereich zu Dur-lastig, wodurch die wirklich gute Laune sehr gelitten hat. Es klang alles  zu fröhlich. Mittlerweile forciert man wieder  eher den sentimentalen Glücks-Gassenhauer, ohne aber die Qualität des  selbstbeitelten Albums aus dem Jahr 2010 zu erreichen. 

Nicht alle Songs sind gleich stark, vor allem Blackout schwächelt. Insgesamt ist dieses Album gute Laune pur, klassische Road-Mucke und macht Spaß. Wer Audrey Horne schon mal live gesehen hat, weiß, dass sie eine der besten Live-Bands überhaupt sind, die vor 10 Leuten gleich viel Stoff gibt wie vor 1000. Live werden die neuen Songs natürlich erst so richtig in Fahrt kommen.

 

Hier kommen wir zu einem kleinen Schwachpunkt: Der Klang ist  fast etwas zu brav und rockig, auch wenn die Band klar einen authentischen Old School-Klang wollten, aber etwas mehr Schärfe könnte die Band schon wieder ertragen. Wenn ich bedenke, was eine kleine Sound-Änderung bei Amorphis bewirkt hat, wenn man an das Circle-Album denkt, das auf einmal viel mehr Kraft besessen hat, dann muss man Audrey Horne mit auf den Weg geben, wieder mehr Kanten zu zeigen. Es darf ruhig wieder mal so richtig fetzen. Etwas mehr Fuck Off, etwas weniger Singalong und brave Gitarren. 

 

Dazu noch ein wenig zu einzelnen Songs: Unglaublich, wie der Refrain bei This One gesetzt ist. Das ist so 80ies von der Harmonik und diesem so relaxt gesetzten Refrain. Diese Art Kompositionskunst gab's vor allem im AOR-und Poprock-Bereich. Hier hat die Band sogar an diese unsäglichen Keyboards gedacht, großartig, aber relativ harmlos.

 

Zum Thema Thin LIzzy: Vielleicht liegt hier etwas das Problem. Rose Alley klingt natürlich gnadenlos nach Thin Lizzy, aber leider an Thin Lizzy in deren eher langweiligen 70er-Phase. Thin Lizzy war Anfang der 80er erst so richtig genial, zumindest für Metalfans.

 

Das Artwork ist übrigens sehr gelungen. Man wollte, was auch der Album-Titel zelebriert, diesen coolen, absurden Scorpions-Artworks aus den 70ern Tribut zollen.

p.s. Die Vinyl-Ausgabe kommt mit einer Single, deren 2 Songs wirklich stark sind!

 

Metalpresse-Wertung: 8/10 Punkte

 

VÖ: 12. 1. 2018 über Napalm Records

 

https://www.facebook.com/AudreyHorneOfficial/

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