Interview

Avantasia - Moonglow

Erstellt von Aamon | |   Album Reviews

Avantasia haben am Anfang doch auch ein breiteres Metal-Publikum angesprochen. Mittlerweile hat sich bekanntlich vieles aufgesplittet in der Metalszene. Neuere Sub-Genres, die um Authentizität bemüht sind, sind enstanden. Man kann hier sicher in dieser Hinsicht nicht ideologiefrei argumentieren, vor allem, wenn einem diese aufgeblasenen Sounds selbst nicht mehr gefallen, aber versuchen wir es mal im musikalischen Sinne.

 

Hier erkennen wir, dass Chef Tobi immer mehr abgleitet in Belanglosigkeit und oberflächliches Pathos. Das neue Album ist diesbezüglich ähnlich unterwegs wie die letzten beiden Alben Ghostlights (2016) und The Mystery Of Time (2013). Die beiden letzten starken Alben, The Wicked Symphony und Angel Of Babylon (beide wurden zeitgleich 2010 veröffentlicht) werden wieder nicht annähernd erreicht.

 

Das liegt an den vielen oberflächlichen  Pathos-Melodien, die es früher so einfach nicht gab. Solch grauenvolle Happy-Songs im großen Pathos-Gewand  wie Moonglow oder Lavender sind selbst für Tobias Sammet Neuland. Dieser Edelkitsch zieht sich durch die meisten Songs. Das Album ist großteils wirklich ungustiös. Sicher gibt es auch ein paar bessere Avantasia-Songs, die nicht schlechter sind als alte Klassiker. Book Of Shallows ist ganz gelungen. Hier hört man im Mittelteil auf einmal heftige Vocals. Ach, Mille von Kreator hat sich auch breit schlagen lassen. Oje,  aufeinmal wieder Geseier. Hansi Kursch von Blind Guardian veredelt den Kitsch-Faktor des Songs mit seiner penetranten Stimme. Ach, Jorn Lande und Ronnie Atkins singen auch noch mit hier. Vielleicht klingen diese Songs auch deshalb so künstlich, weil zu viele Köche den Brei verderben. 

 

Interessanterweise stellt die äußerst uncoole Mega-Pathos-Klavier-Ballade Invincible mit Geoff Tate (Queensryche) noch einen der besseren Songs da. Erinnert an die letzte große Phase der Band aus Seattle (Promised Land). Auch der zweite Song  mit Geoff Tate namens Alchemy ist zumindest hörbar und The Piper at the Gates of Dawn hätte auch auf The Wicked Symphony stehen können.

 

Aber sonst wird es echt haarig. Das grauenvolle Requiem for a Dream feat. Michael Kiske besitzt wieder diesen unhörbar kitschig-oberflächlichen Refrain. Man kennt diese Art der harmonischen Komposition von amerikanischen Edel-Schnulzen ohne Tiefgang aus den 70ern und 80ern. 

 

Zu Heart  schreibe ich gar nichts mehr. Selbst die Coverversion Maniac (von Flashdance) ist von einer Band wie Avantasia uncool. Gestriger Pop Rock-Schwachsinn pur.

 

Mut zum Risiko zeigt Tobi schon lange nicht mehr.

 

4/10 Punkte

 

https://www.facebook.com/avantasia/

 

 

 

 

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