Interview

Das Vienna Metal Meeting 2018 + Infos für 2019

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Das Vienna Metal Meeting repräsentiert Stadt-Festival-Flair in Wien und ist in einer so kulturellen Stadt   natürlich perfekt aufgehoben. Mit der Arena hat man ein ideales Gelände vorzuweisen, das leicht   erreichbar ist. Dieses Festival ist eng verbunden mit dem Eindhoven Metal Meeting in Holland, das im Dezember stattfindet. Man kann nur hoffen, dass der Mai-Termin sich etablieren wird. Es ist aber davon auszugehen, schließlich wird nächstes Jahr auch die Open Air-Bühne bespielt werden.

 

Auffällig ist die stilistisch offene Ausrichtung des Festivals. Auch wird  ein großes Augenmerk gelegt auf wirklich relevante Bands von morgen. Das Vienna Metal Meeting ist also nur bedingt old-fashioned und zieht damit eine wirklich große Schnittmenge an Fans an. Die Open Air-Bühne wird das Festival zweifellos  nochmals eine Stufe höher hieven.

 

2018 war das Lineup ziemlich interessant. Zwischen authentischen Bands wie Desaster oder Nifelheim, die die klassisch ausgerichtete Metalszene abbilden, gab es beispielsweise mit Dool oder Disharmonic Orchestra auch etwas für die Open Minded-Fraktion.

 

Kurzer Rückblick auf 2018: 

 

Darkfall eröffneten auf der großen Indoor-Stage und überzeugten als eine jener österreichischen Bands, die mittlerweile auf eine wirklich große Live-Erfahrung zurückblicken können. Mittlerweile ist die Band noch härter und prägnanter geworden, dadurch etwas grooviger und direkter. Bombeneinstieg! Wie sich bereits 2017 bei Harakiri For The Sky oder Black Inhale gezeigt hat, werden beim Vienna Metal Meeting   auch österreichische Bands  abgefeiert. Das war jahrelang völlig anders.  

 

Fast zeitgleich auf der kleinen Stage gab‘s viel Support für die anderen Österreicher von Theotoxin und ihrem sehr komplexem Black/Death-Gemisch.

 

Am späten Nachmittag war die große Halle bereits gut gefüllt und Desaster aus Deutschland agierten gleichzeitig aggressiv und dennoch sehr entspannt, obwohl der Sound etwas schwächelte. Die Gitarren kamen etwas zu dünn, der Funke sprang trotzdem rüber, weil ein Killerriff das Nächste jagte. 

 

Das war bei Nifelheim nicht anders, obwohl die den weitaus  heftigeren Sound hatten. Auch das schwedische Killer-Kommando kam bestens an. Die feschen Halbglatzen-Frisuren der schwedischen Iron Maiden-Freaks  verleihen der Band zusätzliche diese Scheiß Drauf-Aura, die einfach lässig ist.

 

Obscura selbst spielten musikalisch wirklich gut, wirkten immer seriös und progressiv, aber  etwas langweilig, was die Show selbst betrifft. Gehobener Death Metal war das aber allemal.

 

Viele waren auf Tiamat gespannt. Man hat die Band hierzulande ewig nicht mehr gesehen und man war gespannt auf eine Zeitreise in die 90er, als die Schweden um Johan Edlund mit Clouds und Wildhoney die europäische Metallandschaft mitgeprägt hatten. Beide Klassiker-Alben wurden diesmal bedacht und der atmosphärische Gothic Metal, der immer sehr eingängig, aber doch auch  avantgardistisch rüberkam, entfaltete auch 2018 seine ganze Kraft und übertrug sich auf ein Publikum, das emotional mitging und die Band abfeierte, auch wenn Mastermind Johan gesundheitlich etwas angeschlagen wirkte. Emotional und musikalisch gab er aber alles und konnte überzeugen. Seine Vibes sind nach wie vor da, seine Stimme ist einfach sehr dunkel und prägnant und die Band spielte saugeil. 

 

Abbath war danach ein völlig anderes Kapitel. Da schwingt immer diese Ironie mit, als wie wenn er ein reiner Comic-Black Metal-Held wäre. Er spielt diese Rolle ja auch perfekt. Im Grunde nimmt er seine kauzig-direkte Black Metal-Mucke aber doch sehr ernst. Der Sound war gut, einige Klassiker wurden gespielt, das Posing war perfekt und die Black Metal-Ikone wurde zurecht abgefeiert, auch wenn der Gig etwas zu oberflächlich war. Vielleicht braucht es bei Black Metal doch noch mehr Ernst und Ausdruck. Mittlerweile ist man  viel mehr Tiefgang gewohnt. Die Liga der Ausdrucks-Black Metal-Bands ist bekanntlich sehr angesagt. Abbath wirkt da etwas wie ein Relikt, zumindest bei den jüngeren 2.0-Fans.

 

Richtig böse wurde es  erst bei Marduk, die live einfach immer killen! Hier stellt sich auch die Emotions-Frage nicht, Marduk war immer ein Schlag in die Fresse. Mehr Wut geht nicht. Black Metal voll auf die 12! Der Start mit Panzerdivision Marduk ging super rein, aber auch ein neuer Song wie Werwolf ist in Wahrheit keinen Deut schlechter. Das Publikum blieb bis zum Ende, was nach so vielen Stunden Live-Mucke als Erfolg für die Band gesehen werden kann.   

 

Auf der kleinen Stage gab‘s aber auch einige herausragende Gigs. Herausheben muss man sicher Disharmonic Orchestra. Die Kärntner waren musikalisch einfach extrem stark. Show-und Image-mäßig gibt die Band natürlich nicht viel her, aber die Musik war direkt und brutal und dennoch hochmusikalisch vertrackt. In dieser Form mit diesem Punch ist die Band auch für die Zukunft definitiv interessant. Total lässiger Gig!

 

Demonical  und Entrails waren auch nicht zufällig auf dem Billing des Vienna Metal Meeting gelandet. Erstere spielen wirklich guten melodischen Death Metal und Entrails sind natürlich für Old School-Fans von altem Schweden-Death  ein echter Leckerbissen. Letztere waren auf Dauer aber dann doch etwas zu eintönig, was der Stimmung aber keinen Abbruch tat. 

 

Etwas heiß war es auch diesmal in der kleinen Halle, obwohl man hier eine wirkliche Verbesserung zum letzten Jahr erreicht hat, indem man auch hinten die Tür als Eingang nutzen konnte.

 

Der Höhepunkt im kleinen Saal war für viele Fans sicher die ziemlich angesagten Dool, die eine unglaublich intensive Rock‘n Roll-Show ablieferten. Ich kann mich ja noch gut erinnern an die äußerst intensiven Gigs von The Devils Blood. Dool, bei denen TDB-Musiker tätig sind, führen diese Magie fort. Nicht nur der ausufernde Band-Hit  Oweynagat war ein Höhepunkt. 

 

Das Vienna Metal Meeting 2019 wird noch besser!

 

Das Festival-Konzept, auch die wirklich angesagten und innovativen Bands einzuladen, wird erfreulicherweise 2019 sogar noch gesteigert. Man kann es nicht kleinreden, das bisherige Billing für 2019 ist  bisher wirklich herausragend und geschmackssicher.

 

Mit Solstafir hat man diese isländische Band dabei, die  momentan zurecht angesagt ist und die gerade live immer bestätigt, weshalb sie so populär ist. Die coole Ansprache von Aðalbjörn Tryggvason nach dem Becherwurf in der Arena Wien vor 1 Jahr wird mir lange in Erinnerung bleiben.

 

Auf Opeth brauchen wir hier auch nicht eingehen, sie gehören zum Allerbesten, was live zu sehen ist und auch sie füllen den großen Arena-Saal alleine.

Urfaust, auch eine sehr angesagte Band der trancigen Black Metal 2.0-Szene wird viele Fans in die Arena bringen.

Unleashed erfreut natürlich alle Old School-Death Metal-Fans und deren Landsleute Necrophobic haben kürzlich eines der besten melodischen Black/Death-Alben der letzten Jahre rausgebracht und beim vorletzten Kaltenbach Open Air wirklich genial aufgespielt.

 

Rotting Christ sind sowieso Publikumslieblinge und Secrets Of The Moon werden die eher extravaganten Black Metal-Fans verzaubern.

 

Sogar für die Brutal Death-Fraktion ist diesmal mit Benighted eine angesgate Band dabei.

 

Aus österreichischer Sicht gibt‘s diesmal ganz große Nummern. Zum einen spielt mit Our Survival Depends On Us eine  der intensivsten Live-Acts überhaupt. Der epische Sludge der Salzburger ist einzigartig und die Band  live einfach nur mächtig, auch international gesehen.

 

Für alle Thrash Metal-Fans gibt‘s mit Enclave eine der coolsten Wiener Bands überhaupt. 

 

Wir werden hier weitere Infos und Bands für 2019 bekanntgeben!

 

Hier gibt‘s weitere Infos für 2019: https://www.facebook.com/viennametalmeeting/

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