Interview

Paradise Lost - The Plague Within

Erstellt von Aamon | |   Album Reviews

Bei bestimmten Bands kommt im Herbst der Karriere so eine bestimmte Unbekümmertheit zum Tragen, die Alben entstehen läßt, die zu den jeweiligen Karriere-Highlights zählen.

Dieses Album ist genau ein solches! Sicherlich hat Gitarrist Greg Mackintosh mit Öffnet externen Link in neuem FensterVallenfyre hier  einen Pfad eingeschlagen, der sich auch auf die Hauptband Paradise Lost auswirkt.

Dort regiert ja teilweise richtig rabiater Death Metal. Auch auf dem neuen Paradise Lost-Album gibt's derartige Momente, die man von Paradise Lost seit über 20 Jahren nicht mehr zu Hören bekommen hat. Auch der Sound dieses Albums ist mächtig und sehr rauh!

Das obercoole "Flesh From Bone" ist dafür ein gutes Beispiel: Einen solch schnellen, fast schon crustigen Riff-Einstieg hat man bei Paradise Lost eigentlich noch nie erlebt!

Es sind aber auch andere Faktoren dafür verantwortlich, dass dieses Album so heftig und locker wirkt: Die Riffs sind simpel und effektiv in Szene gesetzt und es wird auch mal durchaus richtig Death Metal-mäßig im Midtempo gegroovt, wo früher dann die zu künstliche Produktion und irgendwelche zusätzlichen Arrangements dieses wesentliche Metal-Element zuschnürten.

Dazu haben die Jungs sicher zuletzt viele dieser großartigen neuen sehr düsteren und  schweren Underground Metal-Bands gehört, anders ist z.B. so ein gewaltiger Doom-Song wie  "Beneath Broken Eart" nicht zu erklären und nicht mal in dieser Reduktion aufs Wesentliche verlieren Paradise Lost ihr Gespür für düster-melancholische Melodien.

Ein Song wie "Terminal" wird von Bands meist in ihrer Anfangszeit geschrieben: Der Refrain ist einfach lässig locker aus der Hüfte, irgendwie sogar stupide, aber cool und vielleicht ist genau diese stilistische Lockerheit die große Schwierigkeit vieler anderer Bands, die sich gerade in dieser verkrampften mittleren Phase befinden.

Es befinden sich aber auch einige epische Hymnen auf diesem Album, die wie alle Songs vom besten Nick Holmes aller Zeiten profitieren:

Holmes singt wie die letzten Jahre auch, aber einige Male auch etwas tiefer und vor allem, er growlt wieder so richtig, vielfach mischt er alle seine Styles in einen Song, was aber nie überladen, dafür  songdienlich wirkt.

Wobei das Growling den Reiz dieser Scheibe ausmacht. Bei den letzten Alben hat er das nur angedeutet, diesmal hat er es eine Stufe weiter durchgezogen.

Neben heftigen Riffs besitzt die Scheibe auch einige ungewohnte Harmonien, viel schönes Melodien-Spiel und ein paar richtig platte Gassenhauer-Refrains (Return To The Sun), die in den Jahren zuvor wohl zu banal gewesen wären, jetzt passen sie perfekt.

Ach ja, auch das Cover ist spitze gelungen und wirkt vor allem in der Vinyl-Version hervorragend.

Punkte: 10/10

Öffnet externen Link in neuem Fensterhttps://www.facebook.com/paradiselostofficial

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