Interview

Winter Rituals - Zwischen feierlicher Zeremonie und Grind

Erstellt von Aamon | |   Fotos

Ein äußerst genialer Konzertabend war zu erwarten und wurde es auch. Neben den österreichischen Death Metal-Altmeistern Martin Shirenc plays Pungent Stench und Disharmonic Orchestra gab‘s ein klares Kontrast-Programm, auch wenn sich musikalische Gemeinsamkeiten durchaus finden lassen.

Die Grazer Arctic Sea Survivors, die sich teilweise auch für dieses Event selbst verantwortlich zeigen, Our Survival Depends On Us aus Salzburg und die jungen Schammasch aus der Schweiz repräsentieren die angesagte Schnittmenge zwischen Post Rock, Sludge, Doom und Black Metal.

 Die Hütte ist erwartungsgemäß voll und das Feeling passt. Herausragend einmal meh Our Survival Depends On Us. Es ist wirklich beeindruckend, welches Flair diese Band immer wieder erzeugt. In erster Linie liegt's an diesem unglaublich wuchtigen Grundsound, der relativ stoisch serviert wird mit sehr viel Sludge und Trance, aber nie diese feierliche bis unheimliche Epik vergisst. Diese Mischung macht es aus. Viele andere vergleichbare Bands hören bei Refrains auf zu komponieren und lassen das Riff allein. Hier kommen noch Keyboards dazu. Das grundsätzlich feierliche Ambiente, der Harzgeruch und die Ausstrahlung geben den Rest. Ein neuer Song wurde geboten, der fast gierig aufs nächste Album macht.

Schammasch haben mir vor einem Jahr in Wien etwas besser gefallen. Andrerseits ist auch das Jammern auf hohem Niveau. Die Band ist einfach gut und spielt ihre sehr ausdrucksreiche Variante eines sehr düster gehaltenen Black Metals wirklich überzeugend. Auch wenn es mal zu langatmig und doomig wird, kommen einige sehr interessanten Riffs um die Ecke. Die Band ist krass und Schammasch treten sicher das Schweizer Erbe von Celtic Frost an.

Martin Shirenc plays Pungent Stench war selbstverständlich die komplett andere Seite, was Extrem Metal betrifft. Old Schooliger Death Metal war angesagt und Shirenc mit Fliegerbrille stand da wie ein Fels in der Brandung und haute die Riffs sehr locker aus dem Handgelenk. Nach diesen Bands war das Ziel selbstverständlich nicht Düsternis, sondern eine sicke, brutale Coolness mit Augenzwinkern rüberzubringen und das ist gelungen. Zwischen rockigen und grindcorigen Passagen wurde der 90er Death Metal-Charme aus Österreich auch seitens des Publikums richtig gut abgefeiert.

 

Stimmung: 7/10

 

Zuschauer: 250 (geschätzt)

 

Infos zum Winter Rituals 2018: 

 

https://www.facebook.com/events/763100557234330/

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