Interview

Winter Riuals Graz 2018: Wenig Rituale, viel Rock'n Roll

|   Special

Winter Rituals ist das neue Black Metal Festival im Grazer Explosiv, das 2017 debütieren durfte und wie auch schon der Name andeutet, auch jene momentan angesagten Bands an den Start bringen will, die die rituelle Geste hochhalten, die ihren Auftritt zelebrieren und das liegt momentan  im Black Metal-Trend, auch wenn man 2018 mit Svartidauði vom   angesagten Van Records-Label nur eine derartige Band am Start hat.




Nachdem mit Necifer aus Graz eine jüngere Black Metal-Band intensiv das  Festival eröffnet hat,    präsentierten  die Grazer Old School Black Metal-Veteranen Asmodeus  ihr neues Album Adamant  und für viele war das ein emotionaler Auftritt. Die Band hatte sich in den letzten Jahren rar gemacht. Geboten wurde der Band-typische old schoolige, sehr rauhe Black Metal, der aber immer wieder schöne melodische Elemente zeigt.

 

Third Moon ist ebenso eine österreichische Band, von der man lange nichts mehr gehört hat. Die Linzer waren in den späten 90ern präsent in der Szene und einige fantastische Alben veröffentlicht. Die Band spielt live noch immer diese in letzter Zeit seltener gehörte musikalische Variante: Sehr auf Harmonik bedachte Musik zwischen  groovigen Riffs, leichten Black Metal-Anteilen und einprägsamen  Refrains. Die Soli kommen hochklassig und ausdrucksstark. Auch  Frontmann Wolfgang Rothbauer ist kein Unbekannter und liefert eine ziemlich gute Performance ab. Das emotionale Growling passt  perfekt zur immer melancholischen Musik. Die selbstironischen Einlagen von Wolfgang kamen sehr amüsant und sympathisch rüber. Die alten Third Moon-Alben wurden übrigens stlistisch als Dark Metal bezeichnet. Das neue, ziemlich gelungene Album Terrarum Exuviae gab's vorort übrigens zu kaufen!Sollte all jenen gefallen, die neben Black Metal auch mal gerne Hypocrisy oder Graveworm hören.

 

 
Revel In Flesh
aus Deutschland sind eine junge Death Metal-Truppe,  die auf old schooligen, brutalen  Death Metal stehen, der auch mal schwedisch klingt. Fans, die Entrails gut finden, sollten hier reinhören. Sie spielen gut, sie liefern auch eine gute Show, aber das Besondere fehlt etwas. Solide, aber nicht herausragend, was die Songs selbst betrifft.  Die Band kommt super an. Ein Zukunfts-Tipp.



Svartidauði aus Island sind ein schwieriger Brocken Musik. Ultrabrutaler Sludge Black Metal mit dissonanten Riff-Orgien zerfetzt minutenlang das Nervenkostüm.  Viele ähnlich gelagerte Bands setzen durchaus mehr auf schöne melancholische Strukturen, das ist auch eher mein Ansatz. In dieser Form ist das doch etwas zermürbend. Ein zusärtzliches Problem ist die ohrenzerfetzende Lautstärke. Dieser Gig war definitiv zu laut eingestellt. Ich bin jemand, der es gerne laut hat, aber hier musste sogar ich kurz raus. Nach einigen Minuten hat sich der Sound etwas eingepegelt, war aber noch immer nicht wirklich wohlklingend. Der letzte Teil der Show war dann musikalisch aber doch sehr cool und versöhnlich. Den Gangster Rap-Style mit den halbverdeckten Gesichtern finde ich eher albern, als ansprechend. Ein subjektiv-zwiespältiges Vergnügen im gesamten Kontext. 


Aura Noir
aus Norwegen sind bekanntermaßen eine coole Truppe, wenn man Black Rock‘n Roll mag, wenn man z.b.  die Bömbers aus Bergen schätzt. Je länger der Gig, je cooler wurde die Show. Aggressor (Carl-Michael Eide) spielt einmal mehr unfallbedingt im Drehsessel  und wirkt im Ausdruck etwas  wie Abbath, wenn der gerade den Bömbers-Frontmann gibt. An den Drums sitzt ein überragender Apollyon (Ole Jørgen Moe)  von Immortal, der vor allem die aggressiven Songs extrem cool shoutet. Auf Tonträger ist die Band weniger überzeugend als live. Demoniac Flow vom neuen Album ist mir am positivsten in Erinnerung geblieben. So würde man sich die belgischen Killer aus den 80ern vorstellen, wenn die auferstanden wären und ihren arg Motörhead-lastigen Proto Metal nochmals zur Aufführung gebracht hätten.



Winter Rituals ist eine gute Marke geworden. Viele Fans, viel Stimmung im gesamten Explo-Bereich, danke an die Veranstalter und hoffentlich nächstes Jahr wieder. Die Kunst-Performance indoor war übrigens unüberlegt. Der gesamte Barbereich war wegen der Farbsprays eingenebelt, jedenfalls hat man diesen Gestank lang in der Nase gehabt. Die schönen Kunstdrucke  waren übrigens wirklich kaufenswert. 

 

 

Das Billing:

AURA NOIR - SVARTIDAUDI - REVEL IN FLESH - THIRD MOON - ASMODEUS - NECIFER

Exhibition and live art by "Kreis Neuer Dunkler Kunst"

 

weitere Infos:

 

https://www.facebook.com/ThirdmoonOfficial/

https://www.facebook.com/necifer/

https://www.facebook.com/desdemon.asmodeus.9

https://www.facebook.com/auranoirofficial/

https://www.facebook.com/svartidaudi/

https://www.facebook.com/vanrecs/

https://www.facebook.com/events/763100557234330/

 

 

 

 

 

 

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