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Harakiri For The Sky - Release Show in der Szene Wien

Erstellt von Aamon | |   Story

 Harakiri For The Sky  hätten wohl selbst nicht gedacht, dass sie mal die Szene Wien füllen.  Erstaunlicherweise war die Halle bereits bei Ellende, ebenfalls aus Österreich,  recht voll. Ellende spielt ausdrucksstarken Black Metal, der viel Flair und Gefühl transportiert. Auffällig war die Performance von Bandleader und Frontmann Lukas Gosch, der sehr viel Charisma transportiert. Der atmosphärische Post Black Metal passt natürlich perfekt, um das Publikum zu überzeugen.

Ancst aus Berlin spielen nach Eigendefinition Blackend Crust. Ancst nerven etwas mit Hardcore-Attitüde.  Ich bringe hier jetzt den Vergleich zwischen Brutal Death und Death Metal an. Ancst sind die Brutal Black Metaller der Post Black Metal-Szene.  Wenn man sich die Musiker rein optisch ansieht, braucht man sich dann über die Mucke auch nicht mehr zu wundern. Der Frontmann ist schwer erträglich bei seinem überambitioniertem  Hardcore-Gekreische und die wenigen rasenden Passagen sind jetzt nicht so gelungen, dass man die Band gut finden muss. Sie kommen auch nicht wirklich gut beim Publikum an. Viele sind genervt und warten im Foyer auf den Headliner.

 

Harakiri For The Sky haben es als Band geschafft, dass vor dem Gig diese seltene Magie in der Luft liegt. Viele sind einfach gespannt auf die Show. Bei weitem nicht jeder Anwesende hat die Band bisher live gesehen und die Band umweht ja generell eine mysteriöse Aura, was auch dem coolen Band-Namen geschuldet ist. Viel junge Fans sind dabei, auch viel weibliches Publikum und relativ wenig klassisches Black Metal-Publikum. Harakiri sind doch die Band der Stunde für eine neue Generation von Black Metal-Fans. Musikalisch gibt's 90 starke Minuten lang atmosphärischen Black Metal, der immer wieder zwischen trancigen Passagen und durchaus griffigen Parts wechselt. Glücklicherweise ist der Band der Song selbst wichtig, was bewirkt, dass die einzelnen Songs den notwendigen Wiedererkennungswert besitzen, Abwechslung bieten und die Show spannend bleibt.

 

Bei sehr vielen anderen Shoegaze Post Rock/Black Metal-Bands ist das leider nicht der Fall. Man steht dann beim Konzert, alles fährt gut rein, weil harmonisch passt ja eh alles, aber am Ende weiß man oft nicht, was die Unterschiede der einzelnen Songs waren, da die Songs selbst keine Abwechslung bieten, immer sehr ähnlich aufgebaut sind und der Genre-bedingte Trance-Charakter alles andere überwiegt. Solche Bands bleiben später mal nur als Masse einer speziellen Subkultur-Bewegung übrig, haben aber keine Substanz, um als wegweisende Bands zu überleben.

 

Harakiri For The Sky agiert hier songdienlicher und genau das Konzept scheint gut anzukommen. Die Band stellt heute auch Songs des brandneuen Albums Arson vor, die live definitiv funktionieren, zumindest gibt's beim Publikum-Zuspruch kaum Unterschiede, was alte oder neue Songs betrifft. Am meisten Applaus erntet aber wohl immer wieder der Rausschmeisser Jhator, wo die Band einzeln die Bühne verlässt.  Diesmal gibt's sogar noch eine Zugabe obendrauf.  

 

 

 

 

 

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