Interview

The Iron Maidens - Die feminine Iron Maiden-Interpretation

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Iron Maiden-Tribute-Bands gibt's mittlerweile einige. Eine der ersten, die ich kennenlernen durfte, waren Maiden Für Jeden aus Wien, die sehr dynamisch und rauh waren, aber mittlerweile leider nicht mehr existieren. Schon damals war mir und auch allen Besuchern solcher Konzerte klar, dass diese Konzerte wirklich Sinn ergeben, weil erstens Songs gespielt werden, die Maiden selbst nie oder ganz selten spielen und man meist eine Clubshow sieht, wo man näher an der Musik und der Intensität ist. So hat man Maiden-Songs meist nie erlebt.

 

In den letzten Jahren gab es in Österreich 2 internationale Maiden-Tribute-Bands zu sehen: Die coolen Ungarn von Iron Maidnem und die Blood Brothers aus der Ukraine. Letztere sind einfach fantastisch. Die Bands feiern zusammen mit den Fans die Musik von Iron Maiden ab und dazu sich selbst. Das funktioniert nur über viel Selbstironie und letztere ist auch dafür verantwortlich, dass dieses Konzept so gut funktioniert. Am Ende hält man die Musik von Iron Maiden hoch und spielt mit allen Maiden-Klischees. Selbst lächerliche Eddie-Figuren auf der Bühne werden schwarzhumorig ernst genommen, wie bei den echten Iron Maiden auch.

 

An diesem Abend waren The Iron Maidens aus Kalifornien die Stars und diese Damen-Band sind mittlerweile wirklich populär und spielen vor vollen Häusern. In Österreich waren sie bisher noch nie.

 

Der Dom im Berg in Graz ist ein ziemlich cooler Club, man erreicht ihn von der Innenstadt oder von oben am Schlossberg zu Fuß oder mit dem Lift. 500 Leute dürfte der Club fassen, 350 waren wohl da, was beachtlich ist. Bei den Blood Brothers in Wien waren die Zuschauerzahlen bisher eher mager. Keine Ahnung, ob The Iron Maidens in Wien die Szene füllen hätten können. Ich bezweifle das und verweise nicht auf den Girl-Band-Bonus, der hier unterstellt wird, wenn man auf die Zuschauerzahlen zu sprechen kommt. Die Besucher-Struktur selbst ist nicht so einfach zu beschreiben. Sicher, einige ältere Rocker sind da, aber genau so viele junge Hipster, alles nicht wirklich einzuordnen und letztlich auch völlig egal.

 

Das Konzert startet viel zu pünktlich kurz nach 20 Uhr. Eine Vorband wäre in diesem Fall sicher notwendig gewesen, um das Publikum auf Touren zu bringen. 10 Minuten vor Konzertbeginn war die Halle noch halb leer und alles war sehr stressig. 

 

Die Band startet nach dem obligatorischen Doctor, Doctor-Intro stilecht mit Ace's High ins Set. Auffällig war, dass die Band selbst relativ ruhig agiert, was Stage-Acting betrifft. Der Sound war anfangs leider nicht druckvoll genug, das hat sich danach etwas gebessert. Die Setlist war gewaltig. Murders In The Rue Morgue, Revelations und sogar das Instrumental Genghis Khan von Killers (1981) wurde gespielt. Letzteren Song hatten vermutlich auch Maiden selbst damals nicht im Programm. Die Band variiert übrigens die Playlist stark je nach Auftrittsort.

 

In Graz stellte man gar die Maiden-Luxus-Frage: Wollt ihr The Rime Of An Ancient Mariner oder Alexander The Great hören?

Mehr brauchst nicht! Alexander The Great wurde von Maiden noch nie live gespielt und vom Grazer Publikum deshalb auserwählt.

 

Die Iron Maiden-Musikerpolizei gibt's natürlich bei solchen Cover-Konzerten auch und hier wird fast immer auf den Bass geschaut. Entwarnung, die Dame hat den Bass selbstverständlich perfekt gespielt, auch wenn sie bei eingen Parts etwas simpler agiert hat, der Groove selbst hat gepasst.

 

Die Damen legen sehr viel Gefühl in die Gitarren. Herausragend ist der Gesang, der mit seiner teilweise rauhen Note den Songs einen völlig eigenen Charakter verleiht. Kirsten "Bruce Chickinson" Rosenberg singt teilweise richtig tief und kräftig und gibt einigen Songs einen völlig eigenen Style, aber im Sinne des Songs.

 

The Evil That Men Do, Hallowed Be Thy Name, Fear Of The Dark und Iron Maiden durften natürlich auch nicht fehlen, bemerkenswerter waren dennoch die selten gespielten Songs. Um einen ungefähren Einblick zu bekommen, verlinke ich noch die Setlists der Band, die online auf www.setlist.fm zu finden sind.

 

 

Up The Iron Maidens!

 

 

 

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