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Cult Of Luna in der Arena Wien - Schwedischer Sludge Doom in Perfektion

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Cult of Luna aus Umeå in Schweden gibt es bereits etwas länger, auch wenn die Band momentan im Zuge der Post Metal-Bewegung schwer angesagt ist. Bereits 2001 wurde das gleichnamige Erst-Werk veröffentlicht und damals war sicher nicht abzusehen, dass diese schwere Sludge-Mucke 20 Jahre später durch subtile Veränderungen richtig trendy ist. Ende der 90er waren die Vorreiter-Helden wie Neurosis bereits wieder am absteigenden Ast. Momentan ist diese Stilistik nicht zuletzt in der Vermischung mit Doom und Black Metal  sehr angesagt und sehr viele Bands bauen darauf auf.

 

Mitgenommen hat man Brutus aus Belgien, die mit Burst (2017) und Nest (2019)  bisher 2 Alben veröffentlicht haben und eine coole Mischung aus Post/Black und Wave/Punk fahren. Leicht hysterisch agiert die Band, oft eruptiv, aber auch über Blastbeats voll nach vorne. Blickfang ist Drummerin und Sängerin Stefanie, die sehr agil wirkt und mit einer leicht überdrehten Art dem eigentlich sehr melodischen Sound  eine wavig/punkige Attitüde verleiht. Das macht es aus. Am besten ist die Band, wenn sie wie beim Abschluss-Song Sugar Dragon ihre leicht psychedelische Schrägheit mit rasendem Black Metal zusammenfügen und dabei erstaunlicherweise sogar für Gänsehaut sorgen können. Das war großes Kino. Auch der Einstieg mit War war ähnlich cool. Ein nicht unwesentlicher Prozentsatz an Leuten sind definitiv auch wegen Brutus in die Arena gekommen.

 

A.A. Wiliams ist eine sehr introvertierte Musikerin aus London, die sehr melancholisch und getragen agiert. Zerlegungen dominieren, sparsame Instrumentierung inklusive. Am Ende der Songs kommt die Dame aber immer wieder zum Ausbruch und spielt langgezogene Noise-Kaskaden auf ihrer Gitarre, die immer auch Tristesse transportieren. Die Songs sind harmonisch simpel, aber effektiv gesetzt und die warme Stimmfarbe der Sängerin passt dazu perfekt. Die Dame bekam zurecht herzlichen Applaus.

 

Cult Of Luna stiegen sehr mächtig ins Set. Mit 750 Fans ist die Halle gut gefüllt, die Stimmung ist bestens und schwerste Gitarren erwärmen das Herz, da die Band auch auch das subtile Spiel der Gefühle beherrscht. Zusammengehalten wird das Konstrukt von einem sehr treibenden Beat, der oft Richtung Trip Hop tendiert. 4 der 9 Songs sind vom neuen, sehr gelungenen Album A Dawn To Fear. Wenn die Band einen 15-Minuten-Song wie Lights on the Hill derartig ausufernd inszeniert und dabei nie langweilig wird, dann zeigt das die Klasse der Band und das Wesen dieser Musik. 

 

Das typische Post Metal-Publikum ist übrigens ein sehr ruhiges. Man schweigt und genießt. Dennoch war der Party-Faktor gar nicht so klein. Der Sound war der Knaller. Klar, Cult Of Luna haben dank der langsamen Mucke ein leichteres Spiel, aber es  war einfach perfekt. Glasklar und dennoch ultrafett. Das ist nicht selbstverständlich heutzutage.

 

Danke an alle Bands, an die Veranstalter, an die Arena für dieses Konzert-Highlight 2019!

 

 

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