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Masters of Rock 2020 - Eine Vorschau

Erstellt von Dragonslayer | |   Story

2020 findet das größte tschechische Metal-Festival zum 18. Mal statt. Die Metalpresse liefert eine Vorschau.

Bereits seit 2003 existiert mit dem Masters of Rock-Festival im tschechischen Vizovice ein Geheimtipp-Festival, das längst nicht mehr so geheim ist: Von bescheidenen Anfängen hat sich das Festival nahe an der Grenze zu Polen zu einem Fixpunkt im europäischen Festival-Zirkus gemausert, was nicht zuletzt dem Geschick und Booking-Talent von Veranstalter und Mastermind George Daron und seiner Agentur Pragokoncert zu verdanken ist.

 

So hat es der gewiefte Business-Fuchs stets geschafft, bei besonders in den Anfangstagen beinahe absurd niedrigen Ticketpreisen (2005 kostete der Drei-Tages-Pass zum Early Bird-Preis umgerechnet etwa nur knappe 25 Euro) dennoch hocklassige Lineups zu verpflichten; so konnte man ebenfalls 2005 um dieses Geld etwa Manowar, Hammerfall, Edguy und Nightwish als Headliner sehen. Dieser Umstand ließ das Masters of Rock schnell wachsen, und seit 2007 verzeichnet man jedes Jahr rund 25.000 Besucher bei dem feinen Festival in der tschechischen Schnaps-Destillerie.

 

Der Erfolg des Masters of Rock führte schließlich auch dazu, dass nebst dem Masters selbst auch mittlerweile drei weitere große Sommerfestivals von Pragokoncert in Tschechien veranstaltet werden, die ebenfalls stets mit hochklassigen Billings punkten können: zuerst das Metalfest Pilsen Ende Mai/Anfang Juni, das Brutal Assault Anfang August und nunmehr auch das Rock Heart Festival Ende August in Moravský Krumlov.

 

Neben den hochkarätigen Billings trugen allerdings sicherlich auch die humanen Preise von Speis und Trank am Festivalgelände bei - denn wenn es 0,5L Bier um umgerechnet EUR 1,50 gibt, dann lässt das das gestandene Metaller-Herz natürlich höher schlagen. Mittlerweile ist das Festival von drei auf vier Tage angewachsen, Ticketpreise bewegen sich nunmehr je nach Kaufzeitpunkt zwar auch bereits zwischen 60 bis 100 EUR, sind ihr Geld aber immer noch wert; denn auch 2020 kann sich das Billing des Masters of Rock wieder sehen lassen.

 

Denn für den Headliner-Slot ist Promoter George Daron diesmal ein ganz großer Wurf gelungen, konnte doch erstmals eine der richtig großen NWoBHM-Legenden verpflichtet werden: Judas Priest, wiedererstarkt nach dem fulminanten, von Star-Produzent Andy Sneap produzierten Album "Firepower", führen nämlich den illustren Reigen der diesjährigen Masters of Rock-Bands an, und auch die weiteren Co-Headliner und Bands der zweiten Reihe lassen kaum Wünsche offen:

 

Freunde melodischer Kost werden durch Bands wie Nightwish, Beast In Black oder Beyond The Black versorgt, für Fans der härteren Spielarten und des klassischen Metal gibt's neben den britischen Priestern auch noch Amon Amarth, Anthrax, Sepultura, Testament und Heaven Shall Burn, und die für das Festival traditionelle Hardrock-Schlagseite dürfen diesmal Gotthard, Shakra, Pink Cream 69 und Kiss-Gitarrenheld Ace Frehley übernehmen.

 

Über alle Kritik erhaben ist natürlich auch so ein Billing nicht - extemen Metal gibt's hier eigentlich kaum zu hören, wenn nicht gelegentlich mal beispielsweise Behemoth im Billing vertreten sind; und manch langjähriger Masters-Besucher stößt sich in den sozialen Medien auch gelegentlich an Lineup-Wiederholungen, gibt es doch einige quasi fixe Bands, die mit hoher Regelmäßigkeit ihren Weg nach Vizovice finden.

 

Doch den geneigten Fan freut es natürlich, beliebte Acts wie Helloween, Tarja Turunen, Sabaton, Lordi oder Avantasia immer wieder im charmanten Ambiente des tschechischen Festivals erleben zu können; und wem beim Masters of Rock die kitschigen Melodien zu viel werden, der hat mit dem Brutal Assault ja eine mehr als brauchbare naheliegende Alternative. 

 

Mittlerweile ebenfalls regelmäßige Gäste beim Masters of Rock sind auch die heimischen Symphonic-Metaller von Visions of Atlantis geworden: Nach ersten Gigs 2004 und 2011 in noch gänzlich anderen Lineups, war die ursprünglich aus Bruck an der Mur stammende Band auch ab 2014 in neuer Besetzung mit Clémentine Delauney aus Frankreich am Mikrofon wieder regelmäßig mit dabei, und gehört seither schon fast zum Inventar der Pragokoncert-Festivals. 2020 wird das österreichisch-italienisch-französische musikalische Dreiländereck ebenfalls die "Ronnie James Dio"-Stage des Masters of Rock beehren, diesmal sogar mit einer ganz besonderen Show, bei der die Band live von einem Orchester unterstützt wird.

 

Man darf sich also auch 2020 wieder auf ein erstklassiges Festivalerlebnis im nur drei Stunden von Wien entfernten Vizovice freuen, und österreichische Metal-Fans, denen das Nova Rock zu groß oder zu Mainstream-lastig ist, sind mit einem Abstecher nach Tschechien auch dieses Jahr wieder sehr gut beraten. 

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